Projekt C6

Titel

Lokale und systemische Transkriptionsmuster der Inflammation während der Progression einer Pneumonie zur Sepsis: Die Lunge als Ausgangs- und Zielorgan der systemischen Inflammation.

 
Projektleiter
 
Prof. Dr. Michael Bauer
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Universitätsklinikum Jena
Erlanger Allee 101
07747 Jena
Telefon: +49-3641-9 323 110
Fax: +49-3641-9 323 102
 

PD Dr. Ulrich A. Maus
Labor für Experimentelle Pneumologie
Klinik für Pneumologie
Medizinische Hochschule Hannover
Feodor-Lynen-Str.21
30625 Hannover
Telefon: +49-511-532-9617
FAX: +49-511-532-9616
 


Zusammenfassung

Die Sepsis ist die führende Todesursache auf nicht-kardiologischen Intensivstationen. Täglich sterben weltweit etwa 1.400 Menschen an den Folgen des septischen Schocks mit Multiorganversagen. Die Sepsis resultiert aus der Interaktion des Wirtsimmunsystems mit eindringenden Pathogenen. Während die lokale Immunantwort einen überlebenswichtigen Mechanismus zur Kontrolle der Infektion darstellt, ist die systemische Progression der Infektion häufig Auslöser der septischen Organdysfunktion. Die Charakterisierung derjenigen Faktoren, welche die Progression einer lokalen zur systemischen Infektion anzeigen, liefert somit möglicherweise eine wichtige Voraussetzung für diagnostische und therapeutische Ansatzpunkte. Hierbei spielen sowohl Erregerkomponenten, als auch die pathophysiologischen Veränderungen des Wirtsorganismus eine wesentliche Rolle.
Im vorgestellten Projekt soll die Transkriptomik sowohl primär und sekundär betroffener Organsysteme, als auch zirkulierender Immunzellen in zwei murinen Sepsismodellen verglichen werden. Hierfür stehen etablierte Modelle der S. pneumoniae-induzierten Pneumonie sowie der polymikrobiellen Peritonitis zur Verfügung. Im Fokus unserer Untersuchungen steht insbesondere die Lunge als Ausgangsorgan (Pneumonie) bzw. Zielorgan (Peritonitis) einer systemischen Entzündungsantwort auf Infektion. Vergleichende transkriptomische Untersuchungen sind auch in der Leber als infektionsortnahes (Peritonitis) bzw. infektionsortfernes (Pneumonie) Organ geplant.
Im Rahmen der Studie sollen Informationen über die komplexen pathophysiologischen Prozesse der septischen Organschädigung auf molekularer Ebene gewonnen werden. Angestrebt wird die Identifikation diagnostischer Marker, welche die Progression einer lokalen zu einer systemischen Entzündung kennzeichnen und möglicherweise als neue diagnostische und therapeutische Zielstrukturen verwendet werden können.