Definition

Definition CAP

Jede Lungenentzündung eines immunkompetenten, d. h. nicht abwehrgeschwächten Patienten, deren Erreger im privaten oder beruflichen Umfeld "zu Hause" erworben wurde, wird als Ambulant Erworbene Pneumonie (AEP) bzw. englisch als Community Acquired Pneumonia (CAP) bezeichnet. Dies gilt auch für diejenigen Lungenentzündungen, die inner­halb der ersten 2 Tage eines Krankenhausaufenthaltes erstmals festgestellt werden.

 

Epidemiologie

Die CAP ist die weltweit am häufigsten registrierte Infektionskrankheit und ist dement­spre­chend von hoher sozialmedizinischer Bedeutung. In den USA werden jährlich 2 – 3 Millionen Fälle festgestellt, die zu 10 Millionen Hausarztkontakten und etwa 0,5 Millionen Kranken­haus­einweisungen führen. Für Deutschland fehlen vergleichbare epidemiologische Daten, vor allem wie viele CAP-Fälle ausschließlich im ambulanten Bereich behandelt werden. Die Inzidenz (= Anzahl neuer Erkrankungsfälle) in der Gesamtbevölkerung wird auf 1 – 11/1000 Einwohner pro Jahr, bei Altenheimbewohnern sogar auf 68 – 114/1000 Personen geschätzt. Über 30% der Erkrankten werden im Verlauf hospitalisiert, 10% intensivstationär behandelt (d. h. ca. 2% aller Patienten mit einer Ambulant Erworbenen Pneumonie). Damit führte die Ambulant Erworbene Pneumonie häufiger zur stationären Aufnahme als der Myokardinfarkt (132.000 Aufnahmen) und Apoplex (162.000 Aufnahmen). Die durch die Erkrankung entstehenden Kosten dürften mehr als 500 Millionen Euro pro Jahr betragen.